Direkt zum Menü, Tastenkombination ALT + 1 | Direkt zum Inhalt, Tastenkombination ALT + 2

Buchbesprechung

Schmetterlingskind - Pflege eines sterbenden Kindes daheim

Hanni Käch
Anja-Verlag
192 Seiten
ISBN 3-905009-33-1

Gelesen von: Evelyn Werner, Kinderkrankenschwester, Fachschwester für Onkologie, UKE Kinderklinik, Station für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie

Zum Inhalt: Das Buch beginnt mit einem Tagebuchauszug der Autorin, in dem sie ihre Beweggründe zum Schreiben dieses Buches erläutert. Als betroffene Mutter schildert sie im folgenden die Zeit von den ersten Anzeichen der Erkrankung bis hin zum Sterben ihrer Tochter. Inhaltlich hat sie diese Zeit folgendermaßen gegliedert:

  1. Das Unausweichliche
    Hier beschreibt die Autorin, wie ihre Tochter in bildhafter Sprache die Vorahnung über die Ernsthaftigkeit ihrer Erkrankung vermittelte. Außerdem erklärt sie, wie wichtig die Kommunikation mit allen Familienmitgliedern über das Sterben ist und wie sie diese erlebt hat. Im Anschluss daran gibt sie einen kurzen Abriss über die verschiedenen Sterbephasen, wie sie von der Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross beschrieben wurden. Es folgt eine sehr kurz gefaßte Darstellung über die Todesvorstellungen bei Kindern unterschiedlichen Alters.
  2. Mein sterbendes Kind daheim
    Hier gibt die Autorin ganz praktische Hinweise und Vorschläge für die Gestaltung der Umgebung des zu pflegenden Kindes, z.B. wie das Zimmer gestaltet werden sollte oder welche Pflegehilfsmittel nützlich sein können. Darüber hinaus beschreibt sie die Rolle der Geschwister und professioneller Helfer, zeigt ein Interview mit einer Schwester aus dem ambulanten Pflegedienst auf und erklärt die Veränderungen und die Rolle des sozialen Netzes.
  3. Leben, so lange es geht / Die tägliche Pflege des Kindes
    In diesen beiden Abschnitten gibt die Autorin Tips, wie der Alltag mit einem schwerstkranken Kind bis zum Sterben gestaltet werden könnte. Der Leser erhält ganz praktische Hinweise für die Unterstützung bei der Körperpflege, Nahrungsaufnahme und Ausscheidung.
  4. Der körperliche Verfall / Mit der Kraft haushalten / Die letzten Stunden
    Die Autorin gibt Auskunft über Symptome, die im Zusammenhang mit dem nahenden Sterben auftreten können und wie man damit umgehen kann. Daneben geht es um das Erkennen und Akzeptieren eigener Grenzen. Im 7. Kapitel beschreibt die Autorin ausführlich die Stunden ihrer Tochter bis zum Eintritt des Todes: den körperlichen Abbau, die Reaktionen ihrer Tochter und ihre eigenen Gefühle.
  5. Abschied nehmen vom Körper
    Die Zeit vom Eintritt des Todes bis zur Abschiedsfeier wird beschrieben. Die Autorin schildert die unterschiedlichen Reaktionen der verschiedenen Familienmitglieder. Außerdem ist hier ein Interview mit einem Bestatter zu lesen.
  6. Trauern / Trauernde Geschwister
    Die verschiedenen Familienmitglieder trauern auf unterschiedliche Art und Weise, das wird von der Autorin beschrieben. Es werden Anregungen gegeben, wie man mit der eigenen Trauer umgehen kann, wo das verstorbene Kind einen Platz finden kann und wie man sich Hilfe zur Trauerbewältigung holen kann. Außerdem werden unterschiedliche Trauerreaktionen, wie sie bei Kindern möglich sein können erläutert und Hinweise gegeben, wie die Kinder in ihrer Trauer unterstützt werden können.
  7. Das andere Leben
    Hier geht es um das Leben der Familie nach dem Tod eines Familienmitglieds.

Fazit: Man spürt, dass das Buch von einer betroffenen Mutter geschrieben wurde. Viele Gefühle werden beschrieben, Ängste und Befürchtungen ausgedrückt. Es ist ein praktischer Ratgeber von einer betroffenen Mutter für betroffene Mütter, die ihr schwerkrankes Kind zuhause pflegen wollen. Ein Buch, in dem nichts beschönigt wird, das die Tatsachen schonungslos beschreibt, zum Teil mit sehr vielen Einzelheiten. Ich persönlich würde die Umgebung des Kindes in seinem vertrauten Umfeld nicht so verändern, wie die Autorin das im 2. Abschnitt ihres Buches empfiehlt, denn den Kindern gibt ihre vertraute Umgebung Sicherheit, auch wenn die Wände dort nicht in besonders entspannenden Farben gestrichen sind. Das Buch ist übersichtlich gegliedert und ansprechend gestaltet, im Anhang findet man hilfreiche Adressen und eine umfangreiche Bücherliste. Für Pflegende gibt das Buch nicht viele wissenswerte Neuigkeiten her.

zum Seitenanfang

http://

Das könnte Sie auch interessieren:

Weitere Buchrezensionen