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Buchbesprechung

...auf Tränen Sonnnenschein

Schreckliche Diagnosen
Severin: Kindstod - Melanie: Herzfehler

Daniela Wernly-Bühler
Adonia-Verlag
133 Seiten
ISBN 3-9050009-19-6

Gelesen von: Maria Gausling, Kinderkrankenschwester und Dipl. Pflegewissenschaftlerin

Das vorliegende Buch "... auf Tränen Sonnenschein" ist von der Autorin Daniela Wernly-Bühler im Tagebuchstil geschrieben. Die Inhalte sind entsprechend des Inhaltsverzeichnisses stringent. Ein Glossar erklärt die Begriffe, die für den Leser aufgrund des Dialektes (Schweiz) unverständlich sind.

Frau Wernly-Bühler schildert sehr anschaulich einen großen und einschneidenen Lebensabschnitt ihrer Biografie. Die Autorin beschreibt ihre Jugend, ihre Erfahrungen mit ihrer ersten "großen Liebe", ihre Erlebnisse während der Ausbildung zur Kinderpflegerin und ihre Beziehung zu dem Mann, den sie schließlich auch heiratet. Der Leser erhält einen sehr lebhaften Eindruck über die durchlebten Emotionen dieser jungen Frau, der Freude über die erste Schwangerschaft, die Freude auf das Kind und damit verbundenen Hoffnungen. Frau Wernly-Bühler beschreibt sehr nachvollziebar den Schmerz über den plötzlichen Tod ihres Sohnes und wie gross die Angst war, auch ihr zweites Kind aufgrund eines Herzfehlers u.U. verlieren zu müssen. Glücklicherweise konnte ihre Tochter nach einem operativen Eingriff und einem längeren Klinikaufenthalt gesund entlassen werden.

Es wird deutlich, wie wichtig das menschliche Verhalten des behandelnen Arztes und des gesamten professionellen Helfersystems während des Klinikaufentaltes war und wie hilfreich das vertrauensvolle Verhältnis zu dem Arzt und dem Pflegepersonal gewesen ist für ihre eigene psychische Stabilität und ihrer Fähigkeit, die belastenden Situationen bewältigen zu können. Die Verfasserin erzählt von ihren Bedürfnissen während dieser Zeit und was sie sich von ihren Freunden und ihrer Familie gewünscht hat oder auch hätte, um sich unterstützt fühlen zu können.

Im Mittelpunkt des Buches steht hier die persönliche Entwicklung der jungen Frau für die das Schreiben des Buches wahrscheinlich eine Möglichkeit war und ist, den Tod ihres Sohnes und die Erkrankung ihrer Tochter zu verarbeiten. Es wird deutlich, wie ein Mensch an tragischen und traurigen Ereignissen bzw. Verlusten persönlich wachsen kann und nicht daran zerbrechen muss.

Jede Geschichte eines Menschen, der aufgrund tragischer Ereignisse und Verlusterfahrungen gezwungen wurde sich mit dem Leben und sich selbst auseinanderzusetzen ist es wert gelesen zu werden. Ich persönlich halte das Buch dennoch nur bedingt für Betroffene als auch für an dieser Thematik Interessierte für empfehlenswert. Es geht primär um den Entwicklungsprozess von Frau Wernly-Bühler und ihren inneren Reifungsprozess. Für einen Leser, der erfahren möchte, wie Angehörige, Freunde und Nachbarn trauernden Menschen begegnen könnnen erachte ich das Buch als zu wenig aussagekräftig und damit auch zu wenig hilfreich. Der Anspruch dieses Buches kann aber sicherlich darin liegen, persönliche Erlebnisse und Erfahrungen mitzuteilen, die in einfacher und natürlicher Sprache verfasst worden sind.

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