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Pressemitteilung

Die Normale Geburt ist in Gefahr - Hebammen verabschieden Resolution

22.11.2004

Nur noch knapp 7% aller Frauen bringen ihre Kinder ohne medizinische Eingriffe zur Welt. Diesen Monat hat der Bund Deutscher Hebammen während der Delegiertentagung, eine Resolution zum Schutz der Normalen Geburt verabschiedet.

In dieser Resolution machen die Vertreterinnen der 15 000 Hebammen darauf aufmerksam, dass nur noch eine verschwindend kleine Minderheit von knapp 7% aller Frauen ihre Kinder ohne medizinische Eingriffe, bzw. Interventionen zur Welt bringen darf.

Die Gründe für diese Technisierung sind vielfältig; Mitverursacher sind jedoch die Rationalisierungsmaßnahmen im Personalbereich, die zu überlastetem Personal und längerfristig zu sinkenden Standards führen.

Selbst wenn keine Komplikationen zu erwarten sind, so die Delegierten, und die Geburt normal verläuft, sind heutige Geburten routinemäßig mit viel Einsatz von Technik und Medikamenten verbunden.

Das zeigt sich vor allem darin, dass immer seltener der spontane Wehenbeginn abgewartet wird. Mehr als 40% aller Frauen, die keinen geplanten Kaiserschnitt haben, bekommen einen "Wehentropf" zur Einleitung oder zur Forcierung der Geburt.

Des Weiteren kritisieren die Hebammen, dass in deutschen Krankenhäusern ca. 20% aller Frauen unter "Rückenmarksnarkose" (Periduralanästhesie) gebären und nahezu jede vierte Frau einen Kaiserschnitt bekommt - oftmals ohne stichhaltige medizinische Begründung.

Derzeit gibt es keine gesicherten Studien, die diesen vorschnellen Einsatz von Medikamenten und Maschinen rechtfertigen. Belegt ist allerdings, dass eine achtsame Begleitung und Hilfestellung durch Hebammen die Geburtsdauer verkürzt und die Gebärenden sehr viel weniger Schmerzmittel brauchen.

Belegt ist auch, dass eine normale Geburt das Selbstvertrauen der Frauen stärkt und die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind fördert. Dadurch wird die emotionale und soziale Entwicklung des Kindes in der Familie in positiver Weise beeinflusst.

Gesellschaftliche Gewaltprävention, so die Hebammen, beginnt deshalb bereits im Kreißsaal, indem den Frauen und ihren Familien die Möglichkeit des ungestörten Gebärens gegeben wird.

Pressesprecherin des Bund Deutscher Hebammen, BDH
Dr. Edith Wolber
wolberdietrich@t-online.de

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