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Pressemitteilung

Hebammen äußern sich kritisch zum Geschäft mit Nabelschnurblut

16.02.2005

Firmen werben damit, dass vorsorglich eingelagertes Nabelschnurblut später Leben retten kann. Für den Bund Deutscher Hebammen ist dies ein Geschäft mit der Angst der Eltern.

Nabelschnurblut enthält Stammzellen, aus denen eines Tages Gewebe und Organe gezüchtet werden können. Doch das ist Zukunftsmusik. Nabelschnurstammzellen werden bisher nur bei Bluterkrankungen wie Leukämie eingesetzt. Aber auch diese Methode funktioniert nur bei Kindern; für Erwachsene reicht die geringe Menge der Nabelschnurstammzellen nicht aus. Trotzdem werben Privatfirmen in Kliniken und gynäkologischen Praxen offensiv damit, dass vorsorglich eingelagertes Nebelschnurblut später lebensrettend sein kann. Für diese Einlagerung, die derzeit 20 Jahre beträgt, müssen Eltern zwischen 1500 und 2000 Euro bezahlen.

Der Bund Deutscher Hebammen kritisiert diese Geschäftemacherei mit Nabelschnurblut und weist darauf hin, dass in ca. 60 deutschen Kliniken Nabelschnurblut kostenlos in öffentlichen Stammzellbanken eingelagert wird. Im Gegensatz zu den privaten Anbietern, dienen diese Nabelschnur-Blutbanken der Allgemeinheit, zum Beispiel für Kinder, die an Leukämie erkrankt sind und für die kein Knochenmarksspender gefunden werden kann.

"Falsch ist auch die Behauptung der privaten Anbieter", so der Berufsverband der Hebammen, „dass ein Kind auf seine eigenen Nabelschnurblutzellen angewiesen sein wird - eine solche Eigenanwendung gilt sogar als Kunstfehler, denn im Falle einer Leukämie-Erkrankung ist nicht auszuschließen, dass die eigenen Nabelschnurstammzellen diese Erkrankungsanlage bereits enthalten“.

"Hier wird ein Geschäft mit der Angst der Eltern gemacht" so Magdalene Weiß, Präsidentin des Hebammenverbandes. Es macht keinen Sinn, für diese Sache, die sich eigentlich noch im Forschungsstadium befindet so viel Geld auszugeben. Viel stimmiger scheint es mir, wenn Eltern ihren Kindern Liebe, Geborgenheit und Nestwärme mit auf den Lebensweg geben. Dieses Angebot kostet keinen Cent, ist aber die sicherste Garantie für das gesundheitliche Wohlergehen des Kindes.

Pressesprecherin des Bund Deutscher Hebammen, BDH
Dr. Edith Wolber
wolberdietrich@t-online.de

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