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Pressemitteilung

Schlechtes Signal der Krankenkassen an Eltern

17.04.2005

Die 'Verordnung zur Bestimmung besonderer Einrichtungen im Fallpauschalensystem für Krankenhäuser' höhle mitnichten das Fallpauschalensystem aus, kritisiert der Vorstand der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland (GKinD) entsprechende Aussagen der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen:

"Die Krankenkassen wollen offensichtlich keine Rücksicht nehmen auf die Besonderheiten in Kinderkrankenhäusern und Kinderabteilungen. Kein gutes Signal an Familien mit Kindern!"

"Gerade jetzt, wo die Diskussion über kinderfreundliche Lebensbedingungen in Deutschland und die katastrophalen Auswirkungen der sinkenden Geburtenraten in vollem Gange ist und Prävention endlich als wichtig erkannt wird, ist das Gebot der Stunde 'Optimale Versorgung für Kinder'", sagt der GKinD-Vorstandsvorsitzende. Wenn die gesetzlichen Krankenkassen die in der Kinder- und Jugendmedizin erreichte Versorgungsqualität aus Kostengründen nicht erhalten und zum Niveau der fünfziger Jahre zurückkehren wollten, dann sollten sie das ihren zahlenden Mitgliedern auch deutlich sagen und sich nicht hinter den Zahlenkolonnen des InEK verstecken, so Scheel.

Die Kinderkliniken begrüßen den Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums einer 'Verordnung zur Bestimmung besonderer Einrichtungen im Fallpauschalensystem für Krankenhäuser', die die besondere Versorgungsstruktur von Kinderkrankenhäusern und einigen Kinderabteilungen berücksichtigt. "Wir wollen, dass das neue Entgeltsystem für Krankenhäuser an die besonderen Erfordernisse und Strukturen der (stationären) Kinder- und Jugendmedizin angepasst und die Qualität der Versorgung gesichert wird. Um nichts anderes geht es." so der GKinD-Vorstandsvorsitzende Jochen Scheel. Das neue Krankenhaus-Finanzierungssystem der DRGs berücksichtige strukturbedingte Kostenunterschiede jedoch gar nicht. Das sei - systembedingt - derzeit auch gar nicht möglich. Scheel: "Das aber hat mit Unwirtschaftlichkeit in Kinderkliniken überhaupt nichts zu tun. Die Kassenfunktionäre täten gut daran, auf ihre Mitarbeiter vor Ort zu hören, die die Situation einzelner Kinderkliniken und Kinderabteilungen wesentlich besser einschätzen können und neben den reinen Zahlen auch die strukturellen Unterschiede sehen."

"Wir haben seit Jahren unsere Argumente klar und deutlich vorgestellt und haben es nun satt, dass wir plausible und nachvollziehbare Gründe stets aufs Neue 'beweisen' sollen", stellt Jochen Scheel fest. Ganz abgesehen davon sei die Kinder- und Jugendmedizin eine der ersten Fachgruppen gewesen, die sich umfassend und systematisch auf die neuen Finanzierungsformen für Krankenhäuser vorbereite," weil sie deren Einführung prinzipiell begrüßt hat. Das neue Finanzierungssystem hat den Namen 'lernendes System' nicht verdient, wenn es besonderen Anforderungen nicht angepasst wird." Gelte das DRG-System uneingeschränkt auch für Kinderkliniken und Kinderabteilungen, würden die Krankenkassen dafür sorgen, dass den betroffenen Kinderkliniken in den nächsten Jahren im Schnitt 30 Prozent ihrer Budgets entzogen würden. Jochen Scheel: "Das würde unweigerlich zu einer erheblichen Verschlechterung der Versorgung führen und sie teilweise sogar unmöglich machen, weil dann Mindestbesetzungen, Notfallversorgung u.a. nicht mehr sichergestellt werden können."

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