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Pressemitteilung

Häusliche Versorgung von Kindern verbessern

16.12.2003

Verband BHK fordert bundesweiten Ausbau der ambulanten Dienste

Köln - Die Fallpauschalen (DRG´s) der Krankenhäuser stellen die ambulanten Kinderkrankenpflegedienste vor besondere Herausforderungen. "Die Liegezeiten in den Kinderkliniken verkürzen sich im kommenden Jahr auf wenige Tage. Die frühzeitige Entlassung der kleinen Patienten macht eine fachliche Weiterversorgung im häuslichen Bereich notwendig", erklärte Mechthild Böll, Vorstandssprecherin des Bundesverbandes Häusliche Kinderkrankenpflege (BHK) aus Anlass des fünfjährigen Bestehens des BHK in Köln.

Der Verband fordert ein flächendeckendes Netz von ambulanten Kinderkrankenpflegediensten. Das Angebot sei bisher noch sehr lückenhaft. Es gebe bundesweit nur etwa 120 Spezialpflegedienste für Kinder, in den neuen Bundesländern insgesamt nur vier.

In den vergangenen zehn Jahren sei die Anzahl der Pflegetage in den Kinderabteilungen um 29 Prozent auf 6,7 Tage gesunken, erläuterte Mechthild Böll. Lediglich ein Prozent der Kinder, die in den Kinderabteilungen der Krankenhäuser behandelt wurden, erhielten hinterher auch zu Hause eine Versorgung. Böll: "Das kann gesteigert werden, wenn die Voraussetzungen stimmen."

Die erbrachten Leistungen der häuslichen Kinderkrankenpflegedienste müssten angemessen vergütet werden. "Bei der Bezahlung ergeben sich bis heute große Probleme", so die BHK-Sprecherin, "denn Krankenkassen verweigern immer wieder die Zahlung, da in den Richtlinien für die Verordnung häuslicher Krankenpflege die Leistungen für Kinder nicht gesondert aufgeführt sind. Das wollen wir ändern, die Richtlinien müssen ergänzt werden".

Die Qualifikation der Mitarbeiterinnen sei zur Sicherstellung der professionellen und erfolgreichen Versorgung dafür eine elementare Voraussetzung. Fortbildungen und berufsbegleitende Weiterqualifizierungen sollen die ambulanten Kinderkrankenschwestern befähigen, der komplexen Aufgaben in der häuslichen Versorgung gerecht zu werden.

Vernetzungen und Kooperationen mit Verbänden und Selbsthilfeorganisationen sollen dazu beitragen, die Ziele des BHK zu erreichen. Man strebe eine engere Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden der Kinderärzte und Sozialpädiater, dem Kindernetzwerk und verschiedenen Eltern-Selbsthilfegruppen an, erläuterte Böll. "Das hilft uns, den Bedarf an häuslicher Kinderkrankenpflege besser umzusetzen - auch im Sinne der Eltern kranker Kinder", beschrieb sie die Strategie des Bundesverbandes.

Häusliche Kinderkrankenpflege kann bei schwerwiegenden Gesundheitsstörungen verordnet werden. Die häufigsten Diagnosen: Akute und chronische Erkrankungen der Atemwege, Frühgeborene mit mehrfachen körperlichen und/oder geistigen Behinderungen, schweres Asthma Bronchiale, Stoffwechselerkrankungen, Herzerkrankungen, Neurologische Erkrankungen, onkologischen Erkrankungen - oder Kinder in der Sterbephase. Auch bei akuten Erkrankungen werden Säuglinge und Kinder zu Hause behandelt. Mehr als 80 Prozent der versorgten Kinder waren zwischen Null und fünf Jahre alt.

Weitere Information erteilt der BHK unter:
Telefon: 01805/24 53 80
Fax: 012 12/5297 16 087
E-Mail: info@bhkev.de

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