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Pressemitteilung

Sterbehilfe-Diskussion: Kinder wollen leben"

14.02.2014

Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. lehnt aktive Sterbehilfe ab und warnt vor gesetzlicher Neuregelung in Deutschland.

Die Entscheidung des belgischen Parlaments, aktive Sterbehilfe für Kinder gesetzlich zu erlauben, hat in Deutschland eine intensive Debatte ausgelöst. Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. begrüßt diese Diskussion und betont seine klare Position: "Wir lehnen aktive Sterbehilfe in jeder Form ab." Das erklärte der Verein am Freitag in einer Stellungnahme in Olpe.

Die Diskussion zeige, wie viel Unsicherheit über die letzte Lebensphase in unserer Gesellschaft immer noch vorhanden sei - und das trotz der großen Fortschritte der letzten Jahre, das Thema Tod und Sterben aus dem Tabubereich zu holen.

Die Überlegung, aktive Sterbehilfe sogar für Kinder gesetzlich zuzulassen, ist aus Sicht des Vereins falsch. Ginge Deutschland diesen Weg, wären die Erfolge der Hospizbewegung und der Kinderhospizarbeit der vergangenen Jahrzehnte zunichte gemacht. Gerade die Hospizarbeit für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zeige, wie lebensverkürzend erkrankte Menschen solidarisch und in mitmenschlicher Weise begleitet werden können. Und die Erfolge der Palliativmedizin belegten, wie man dieses Leben schmerzfrei gestalten könne.

Folgende Alternativen müssten ausgebaut werden, fordert der Deutsche Kinderhospizverein e.V.:

Erkrankte Kinder und ihre Eltern müssten die bestehenden Begleitungsangebote ohne jede Einschränkung in Anspruch nehmen können. Dazu gehören Aufenthalte in Kinder- und Jugendhospizen, die Unterstützung zu Hause durch ambulante Dienste und eine gute, begleitende Palliativversorgung, speziell für Kinder und Jugendliche.

Kinder wollen leben. Im Deutschen Kinderhospizverein sei der Wunsch eines Kindes nach aktiver Sterbehilfe noch nie geäußert worden. "Wir sehen in einer veränderten gesetzlichen Regelung der Sterbehilfe darüber hinaus eine große Gefahr, dass die Gesellschaft perspektivisch Kinder mit lebensverkürzenden Erkrankungen als unerwünscht ansieht und sich Eltern für das Leben ihres Kindes rechtfertigen müssen", betont Martin Gierse, Geschäftsführer des Deutschen Kinderhospizvereines. "Sollen Eltern künftig begründen, warum ihr Kind noch lebt? Sollen sie das Leben ihrer Kinder verteidigen müssen"?

Wenn Kinder von sich aus mitteilen, dass sie eine Therapie nicht mehr wollen, weil sie ihnen zu anstrengend oder die Begleitumstände zu schmerzhaft seien, so erhielten sie jegliche Unterstützung auf ihrem weiteren Weg.

"Wir begleiten Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene von der Diagnose ab, in ihrem Leben, an ihrem Lebensende und sind für die Familien auch nach dem Tod ihres Kindes da.", beschreibt der Vorstand des Deutschen Kinderhospizvereins seine Aufgabe.

Der Deutsche Kinderhospizverein e.V. in Olpe unterstützt Kinder/Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung sowie ihre Eltern und Geschwister seit mehr als 20 Jahren. Der Verein wurde im Februar 1990 von betroffenen Familien als Selbsthilfeorganisation gegründet, um das Thema schwerstkranke und sterbende Kinder aus einem Tabubereich herauszuholen sowie bedürfnisorientierte Unterstützung und Begleitung für die Familien zu erreichen. Der bundesweit aktive Verein betreibt 20 ambulante Kinder- und Jugendhospizdienste. Unter dem Dach des Vereins bietet die Deutsche Kinderhospizakademie jährlich mehr als 50 Seminar-, Begegnungs- und Weiterbildungsangebote für Familien, Begleiter und Interessierte an.

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