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Pressemitteilung

Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung anheben?

19.01.2012

Die Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung sollen angehoben werden. Der Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe spricht sich dafür aus, da dies die Attraktivität des Berufes und die Karrierechancen anheben würde.

"Die Pflege muss mit einer Stimme sprechen und darf sich auch im Bereich der zukünftigen Bildungsstruktur neuen Wegen nicht verschließen", so Michael Breuckmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS).

Er reagiert damit auf die verschiedenen ablehnenden Äußerungen zu Plänen der EU-Kommission die vorsieht die Zugangsvoraussetzungen für die Pflegeausbildung anzuheben. Dies ist der Vollzug einer in der Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten vorhandenen Normalität, die eine deutlich positive Entwicklung für die Pflegeberufe bringt. "Der Fachkräftemangel wird sich hierdurch nicht verschlimmern, sondern die Attraktivität des Berufes und die Karrierechancen werden deutlich angehoben" so Breuckmann weiter. Bereits heute verfügt eine große Gruppe der Schulabgänger über eine zwölfjährige Schullaufbahn.

Der Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe (BLGS) sieht genau hier die Fehler in der Bewertung der Richtlinienänderung. Entgegen der Auffassung vermeintlicher Experten, bedeutet die Änderung nicht den ausschließlichen Zugang mit Abitur zur Pflegeausbildung. "Zwölf Jahre Schulbildung können auch bedeuten, dass andere Prüfungen auf gleichem oder ähnlichem Niveau die Zulassung zur Ausbildung möglich machen. Hier sind gestufte modularisierte Bildungskonzepte erforderlich, die das Berufsfeld Pflege auch Menschen zugänglich machen, die nicht bereits über die erforderlichen Voraussetzungen verfügen" so Breuckmann.

Bundesregierung, Bundesländer und verschiedene Interessensverbände zeigen mit ihrer Haltung, dass sie einer Weiterentwicklung der Pflege scheinbar ablehnend gegenüber stehen. Die ausschließliche Betrachtung aus Sicht der Verwertung der Arbeitskraft von Lernenden ist nicht akzeptabel. "Praxis ist wichtig. Aber ohne theoretisches Fundament bleibt auch die Praxis auf der Strecke." Der derzeitige Fachkräftemangel ist auch im deutlichen Abbau der Ausbildungsplätze in der Pflege der vergangenen Jahre zu suchen.

Bereits 2007 hat der Deutsche Pflegerat (DPR) eine Ausbildungsreform in der Pflege mit dem Ziel, einer generalistischen Ausbildung mit Schwerpunkt als Erstausbildung an Hochschulen gefordert. Hierzu können jetzt die Weichen gestellt werden wenn die politischen Forderungen nach Verbesserung der pflegerischen Versorgung der Bevölkerung ernst gemeint sind. Die Erfahrungen der jetzigen Pflegausbildungen an den vorhandenen Schulen des Gesundheitswesens können zudem positiv genutzt und in Form von Übergangsregelungen in das zukünftige System integriert werden.

"Die jetzt anstehenden Veränderungen sollten gemeinsam für eine qualifizierte Sicherstellung von Pflegeleistungen in Deutschland gestaltet und umgesetzt werden" betonte Breuckmann abschließend.

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