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Pressemitteilung

Soziales Netzwerk für krebskranke Kinder

29.04.2011

Web 2.0 im Krankenhaus: PIPO, eine in Münster entwickelte Internetplattform für krebskranke Kinder und ihre Angehörigen, ist nun ans Netz gegangen. Angemeldete Nutzer können zum Beispiel persönliche Profile anlegen, Weblogs führen und sich an Chats - auch mit Experten - beteiligen. Mit dem Projekt sollen Betroffene untereinander vernetzt und gezielt mit leicht verständlichen Informationen versorgt werden.

"Aus unseren Projekten wissen wir, dass krebskranke Kinder sich mehr Kontakt zu anderen Betroffenen wünschen", erläutert Diplom-Mathematiker Tobias Hartz vom Institut für Medizinische Informatik der Universität Münster - "außerdem sind speziell auf ihre Situation zugeschnittene Informationen häufig nur schwer zu finden. Mit PIPO möchten wir den Umgang mit der Krankheit erleichtern." Ein erster Schritt zur besseren Wissensvermittlung ist das seit 2006 bestehende Projekt KONI ("kinderonkologische Informationsseite") von Anika Winkel, die auch das neue Projekt begleitet. PIPO, das "Portal für Information in der Pädiatrischen Onkologie", geht einen Schritt weiter.

Nicht die buchähnliche Vermittlung von Wissen steht hier im Vordergrund, sondern die interaktive Teilnahme der Kinder. Fachfragen der jungen Patienten können schnell und kompetent beantwortet werden: Am ersten und dritten Montag jedes Monats wird um 18 Uhr ein Live-Chat angeboten, den Dr. Nanna Kuhn, eine ehemalige Kinderoberärztin des Universitätsklinikums Münster (UKM), leitet. Die Chat-Premiere fand Mitte April mit Prof. Dr. med. Heribert Jürgens, Direktor der Klinik und Poliklinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie am UKM, statt.

Nicht nur junge Patienten sollen sich im neuen Portal anmelden; auch Angehörige (Eltern, Verwandte, Freunde) und Experten (Ärzte und Pfleger) sind zur Teilnahme eingeladen. Tobias Hartz, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter die Projektentwicklung koordiniert, begegnet Vorbehalten gegen Web-2.0-Plattformen: "PIPO wird professionell begleitet. Ärzte und andere Mitarbeiter haben ein Auge auf die Inhalte; was nicht den Regeln entspricht, löschen wir. Wir möchten, dass sich die Nutzer wohlfühlen und das Angebot nutzen können, ohne belästigt zu werden."

Nach dem Start in Münster soll für das Projekt nun auch bundesweit geworben werden - unter anderem über die Kontakte der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie, so Hartz. Prof. Dr. Frank Ückert, der Leiter des Projektes, freut sich, dass nach langer und sorgfältiger Planung und Entwicklung dies neue innovative Angebot allen Interessierten zur Verfügung steht: "Es gelingt selten, dass man mit technischen Methoden die Ängste von Patienten lindern sowie mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten den direkten Austausch mit Ärzten bieten kann." Der nächste Experten-Chat auf der PIPO-Plattform findet am 2. Mai statt.

Das Land Nordrhein-Westfalen steuerte fast 170.000 Euro für die aktuelle Entwicklung bei.

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