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Pressemitteilung

Frühgeborenen-Intensivmedizin

30.11.2011

Vor dem Hintergrund des Bremer Frühchen-Skandals fordert die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) eine Qualitätsoffensive. "Die Kliniken müssen endlich aufhören, um Hochrisiko-Patienten zu konkurrieren. Wir brauchen im Umkreis von 100 Kilometern keine vier Frühchen-Intensivstationen. Wir brauchen eine einzige, die dafür aber medizinisch wie personell auf dem allerhöchsten Niveau arbeitet", sagte der Neonatologe Prof. Dr. Gerhard Jorch

Ob mangelnde Hygiene, zu wenig Personal oder gleich mehrere Faktoren die Ursache für die tragischen Todesfälle in Bremen waren: Aus Sicht der DIVI zeigt das Beispiel Bremen in jedem Fall, dass die Versorgung von Frühgeborenen verbessert werden muss - und sieht das Potenzial dafür nicht allein in Bremen.

Ergebnisse verbessern und vergleichbar machen

So verwies Jorch als diesjähriger Kongresspräsident darauf, dass die Neugeborenen-Sterblichkeit in den Bundesländern sehr unterschiedlich ist. Während sie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen besonders niedrig sei, liege sie in anderen Bundesländern deutlich höher. "Um überall gleich gut zu werden, müssen wir die Ursachen dafür erforschen, besser regional zusammenarbeiten und Risiko-Schwangere stärker in den Blick nehmen", sagte Jorch. Strukturen, Prozesse und Ergebnisse müssten verbessert, ihre Qualität vergleichbar gemacht werden.

Alles das strebt der Direktor der Universitätskinderklinik Magdeburg, der seit Jahrzehnten auch Vorreiter im Kampf gegen den plötzlichen Kindstod ist, zusammen mit der DIVI in der kürzlich gestarteten Aktion "Mehr gesunde Babys!" an. Die DIVI legte zudem in den vergangenen Jahren Empfehlungen zur Ausstattung von Intensivstationen - mit Blick auch auf Frühgeborene - vor. Die darin zugrunde liegenden Studien zeigen beispielsweise, dass sich die Komplikationsraten unter anderem bei Infektionen deutlich senken lassen, wenn mehr Ärzte und Pfleger auf den Stationen im Einsatz sind.

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