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Pressemitteilung

Studie zur Qualität der Kinderhospizarbeit

14.06.2010

Die Angebote der Kinderhospizarbeit entsprechen überwiegend den Bedürfnissen von lebensverkürzend erkrankten Kindern und ihren Familien. Allerdings gibt es in mehreren Bereichen noch Verbesserungsbedarf. Das ist das Ergebnis der ersten umfassenden Studie zur Qualität der Kinderhospizarbeit in Deutschland.

Ein Forscherteam um Prof. Sven Jennessen (Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Hildesheim/Holzminden/Göttingen) hatte drei Jahre lang mehr als 600 betroffene Eltern, erkrankte Kinder, Jugendliche und Mitarbeiter von ambulanten und stationären Einrichtungen befragt. Die Untersuchung wurde in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhospizverein e.V. vorgenommen und am Donnerstag in Wuppertal vor Beginn einer Fachtagung vorgestellt.

Ein Problem sei die Kommunikation zum Thema Sterben, Tod und Trauer sowohl in den ambulanten als auch in den stationären Kinderhospizeinrichtungen, berichteten Eltern und Jugendliche in der Befragung. So sagten fast 28 Prozent der Eltern, dass sie am häufigsten mit anderen Müttern und Vätern über diese Themen sprachen. Von Seiten der Mitarbeiter gebe es zwar eine offene, aber eher passive Haltung. "Das erschwert die Kommunikation über existentielle Themen, die in einem ambulanten Dienst oder einem stationären Kinderhospizpiz selbstverständlich sein sollten", so Petra Stuttkewitz vom Vorstand des Deutschen Kinderhospizverein. e.V. Dennoch wünschen sich 95 Prozent der befragten Eltern, dass auch nach dem Tod ihres Kindes die persönlichen Kontakte zu den Mitarbeitern bestehen bleiben.

Die Pflege der lebensverkürzend erkrankten Kinder in Kinderhospizen sei empathisch, sensibel und bedürfnisorientiert. Ein erstaunliches Ergebnis der Untersuchung sei es, dass nach Ansicht der Eltern allerdings die sonderpädagogischen und therapeutischen Angebote für die erkrankten Kinder und Jugendlichen zu wünschen übrig lassen. Während die Geschwister oftmals aus vielen kreativen Vorschlägen auswählen könnten, gebe es für die erkrankten Kinder häufig lediglich standardisierte Angebote. Ein Grund dafür sei, dass es an sonderpädagogischer Kompetenz mangele, um auch außerhalb der Pflege anregende und interessante Aktivitäten für die erkrankten Kinder und Jugendlichen zu gestalten.

Ein weiteres zentrales Ergebnis: Kinderhospizarbeit ist weiblich. Auf allen Ebenen und in allen sämtlichen Angebotsbereichen wird Kinderhospizarbeit maßgeblich von Frauen gestaltet. Auch die ehrenamtlichen Begleiter sind fast ausschließlich Frauen. Die betroffenen Kinder, ihre Geschwister und Eltern sind jedoch zur Hälfte männlich. "Es ist daher erforderlich, mehr professionelle und ehrenamtliche Männer für die Kinderhospizarbeit zu gewinnen, um auch die Jungen und Jugendlichen angemessen zu begleiten", sagte Prof. Jennessen. "Das ist umso wichtiger, weil auch die Bedeutung der Jugendhospizarbeit in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird. Wir müssen mehr Männer vor allem aus sozialen Berufen für die Kinderhospizarbeit gewinnen. Denn sie haben einen anderen Zugang zu den speziellen Interessen von männlichen Jugendlichen und sind die Voraussetzung für eine gendersensible Pflege", forderte Jennessen.

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