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Pressemitteilung

Sozialpsychiatrische Versorgung gefährdet

26.02.2009

Die ambulante sozialpsychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien, ist weiterhin bedroht. Multiprofessionelle Teams in kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen decken einen großen Bedarf an ambulanter Behandlung. Sie konnten bisher über die so genannte Sozialpsychiatrievereinbarung - nach deren Kündigung durch eine Übergangsregelung, die aber nur noch bis zum 1. April gilt - finanziert werden.

Da eine bundeseinheitliche Nachfolgereglung bisher nicht getroffen wurde, droht der sozialpsychiatrischen Versorgung in vielen Regionen nun das Aus. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) hin.

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht behandlungsbedürftig sind, werde auf bis zu 20 Prozent geschätzt, so Dr. Filip Caby, Kinder- und Jugendpsychiater und Leiter der Arbeitsgemeinschaft Systemische Kinder- und Jugendpsychiatrie der DGSF. Die sozialpsychiatrische Versorgung dieser Kinder und Jugendlichen mit ihren Familien habe einen hohen präventiven Stellenwert. Caby: "Es ist geradezu grotesk, dass beim selbstverschuldeten Zusammenbruch des Bankenwesens immense Summen an Steuergeldern aufgebracht werden, die Versorgung seelisch kranker Kinder und Jugendlicher aber Sparmaßnahmen zum Opfer fällt."

Der Verband der Familientherapeuten und dessen Arbeitskreis für systemische Kinder- und Jugendpsychiatrie hatten bereits im September vergangenen Jahres mit einer Stellungnahme an die verantwortlichen Gremien appelliert, die effiziente, aber personalintensive Arbeit in den kinder- und jugendpsychiatrischen Praxen auch künftig zu ermöglichen. Ansonsten gebe es einen "weiteren Schritt in die Zwei-Klassen-Medizin", in der insbesondere Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien kaum noch Chancen auf familientherapeutische Behandlungen hätten.

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