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Pressemitteilung

Neue Leitlinien zur Behandlung von Kopfschmerzen bei Kindern

01.04.2009

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) und die Deutsche Gesellschaft für Neuropädiatrie haben eine revidierte Fassung ihrer Leitlinie für die Behandlung von Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter vorgelegt.

Es hat sich in den letzten Jahren eine Weiterentwicklung der medikamentösen Therapie gezeigt. So sind zum Beispiel Triptane jetzt auch für das Kindesalter erfolgreich untersucht worden. Nach den Richtlinien der Evidence-Based Medicine sind darin die spezifischen kontrollierten Studien für die Behandlung von idiopathischen (primär, unabhängig von anderen Erkrankungen) Kopfschmerzen im Kindes- und Jugendalter analysiert und in Therapieempfehlungen zusammengefasst worden.

Mit der höchsten Evidenz wird für die Behandlung akuter Migräneattacken oder von Kopfschmerzen vom Spannungstyp Ibuprofen (10 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht) empfohlen. Diese Substanz hat sich in mehreren Studien als die wirksamste in der Behandlung von Kopfschmerzen bei Kindern gezeigt. Als Mittel der zweiten Wahl wird für alle Altersstufen Paracetamol (15 mg pro kg Körpergewicht) empfohlen, ab dem 12. Lebensjahr ist für Migräneattacken auch Sumatriptan Nasenspray (10 bis 20 mg) Mittel der zweiten Wahl (im Einzelfall kann es auch bei jüngeren Kindern eingesetzt werden). Bei Versagen der Akutmedikamente der ersten und zweiten Wahl werden als Ausweichsubstanzen der dritten Wahl Zolmitriptan 2,5 mg als Schmelztablette, Zolmitriptan 5 mg als Nasenspray, Rizatriptan 5 bis 10 mg, Almotriptan 12,5 und Dihydroergotamin 20 bis 40 µ pro kg Körpergewicht empfohlen. Für die medikamentöse Prophylaxe der Migräne werden Magnesium, Betablocker (Propranolol oder Metoprolol) und Flunarizin empfohlen. Flunarizin ist auch prophylaktisches Mittel der ersten Wahl bei migräneähnlichen Syndromen.

Für andere Kopfschmerzarten liegen keine kontrollierten Studien für das Kindesalter vor. In der nicht-medikamentösen Prophylaxe von Kopfschmerzen im Kindesalter werden mit höchster Evidenz Entspannungsverfahren (progressive Muskelrelaxation), Biofeedbackverfahren und kindgerechte kognitiv-verhaltensorientierte Therapieprogramme empfohlen.

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