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Pressemitteilung

Explosionsartige Zunahme von ambulanten Behandlungen gefährdet Versorgungsqualität auf dem Land

19.11.2009

In deutschen Kinderambulanzen herrscht Hochbetrieb. Nach einer Studie des Bundesverbands "Aktionskomitee Kind im Krankenhaus e.V." (AKIK) wird inzwischen jede zweite Operation an Kindern ambulant durchgeführt. Obwohl ihnen damit ein belastender Krankenhausaufenthalt oft erspart bleibt, hat diese Entwicklung nicht nur Vorteile für Kinder: AKIK befürchtet eine dauerhafte Verschlechterung der stationären Versorgungsqualität, insbesondere auf dem Land.

Als Ursache für die drastische Zunahme ambulanter Behandlungen führt der Verband den Ausgabenrückgang der Krankenkassen bei Kinderkliniken und -abteilungen ins Feld. "Von besonderem Interesse sind leider nicht nur die psycho-sozialen Verbesserungen für kranke Kinder, sondern das Einsparpotenzial vor Ort", ist AKIK-Bundesvorsitzende Julia von Seiche-Nordenheim überzeugt. Ambulante Behandlungen verursachen nur einen Bruchteil der Kosten, wie sie durch stationäre Aufnahmen entstehen.

Seit der Verabschiedung der Richtlinie für stationsersetzende Leistungen im Jahr 2001 sehen sich die Kliniken im Bundesgebiet einem enormen Kostendruck gegenüber. Sie sind selbst finanziell davon betroffen, wenn ihre stationären Kinderbetten nicht belegt sind.

AKIK geht davon aus, dass innerhalb der nächsten Monate immer mehr Kinderkliniken diesem Kostendruck erliegen werden. Schon heute könne beobachtet werden, dass es längst nicht mehr nur kleine Krankenhäuser treffe. Auch große Kliniken müssten immer knapper haushalten, um den "Zuschussbetrieb Kinderabteilung" erhalten zu können. Eine flächendeckende Versorgung, die geografische und verkehrstechnische Gesichtspunkte zu berücksichtigen habe, könne so dauerhaft nicht mehr sichergestellt werden.

Laut AKIK kann diese Entwicklung aber noch verhindert werden. Dazu sei jedoch eine konsequente Finanzierungsreform der Gesundheitsausgaben für Kinder nötig. Der Verband schlägt vor, alle Gesundheitskosten für unter 18-Jährige aus allgemeinen Steuermitteln zu finanzieren. Das Konzept eines regionalisierten Kinderbudgets stellte das Aktionskomitee bereits auf dem 'Ersten Deutschen Zukunftsgespräch zur Gesundheitsversorgung von Kindern' in Berlin vor. "Es liegt an uns, ob wir an der Idee einer optimalen Versorgung aller Kinder festhalten wollen", so von Seiche-Nordenheim.

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