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Pressemitteilung

Sport während der Dialyse hilft Kindern ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern

29.04.2008

Kinder und Jugendliche mit chronischer Niereninsuffizienz können ihre körperliche Leistungsfähigkeit durch Ausdauertraining während laufender Dialyse deutlich verbessern. Trainiert wird individuell 20-40 Minuten auf dem Fahrradergometer.

In Deutschland benötigen etwa 200 Kinder und Jugendliche im Alter von wenigen Tagen bis 19 Jahren eine Dialyse, da ihre Nierenfunktion ausgefallen ist. An der Uniklinik Köln werden zwischen 15-20 Kinder und Jugendliche dieser Altersgruppen betreut. Aufgrund der hohen zeitlichen Belastung vor allem durch die Hämodialyse, aber auch die Auswirkungen des Nierenversagens, treiben diese Patienten weniger Sport als ihre gesunden Altersgenossen, was sich in einer deutlichen Minderung ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit zeigt.

Gestern wurden die ersten Ergebnisse der Studie "Ausdauer orientiertes Trainingsprogramm für Kinder und Jugendliche mit chronischer Niereninsuffizienz" der Kinderklinik Köln und der Deutschen Sporthochschule veröffentlicht. Prof. Dr. Bernd Hoppe von der Kinderklinik der Uniklinik Köln und Vertreter der Gesellschaft für Pädiatrische Nephrologie (GPN) stellte fest, dass sich eine deutliche Besserung der körperlichen Leistungsfähigkeit durch 20-40minütiges Training auf dem Spinning-Fahrad während der Hämodialyse" einstellt. "Sport an der Dialyse ist eine bisher unterschätzte, ganz wichtige flankierende Maßnahme", so Hoppe.

Völlig neu an der Studie ist, dass sich die Kinder zum Sport unter der Dialyse vom Behandlungsstuhl auf das Fahrrad (Spinning-Fahrrad) begeben. Dadurch werden die dreimal in der Woche stattfindenden Dialysezeiten optimal genutzt. Auch die Mitarbeit der Kinder wird verbessert. Drei Monate lange wurden die Probanden ohne Sport untersucht, dann drei Monate unter Training – so sind sie ihre eigene Kontrollgruppe. Zusätzlich wird aber auch eine alters- und geschlechtsangepasste gesunde Kontrollgruppe untersucht.

Neben medizinischen Daten werden auch Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit mittels Fremdbeobachtung durch die Eltern erfasst.

In einer Langzeitstudie über vier Jahren wollen die Uniklinik Köln und die Deutsche Sporthochschule nun weitere Auswirkungen, zum Beispiel auf kardiovaskuläre Risikoparameter, die Blutbildung, sowie die Muskel- und Knochen-Einheit evaluieren.

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