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Pressemitteilung

Adipositas-Prävention beginnt während der Schwangerschaft

11.04.2008

Ob Jugendliche oder Erwachsener einmal an an Diabetes, Adipositas oder einem Herzinfarkt erkranken, wird zu einem großen Teil schon während der Schwangerschaft festgelegt. Laut der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) ist es also sinnvoll mit der Vorsorge bereits bei der schwangeren Mutter zu beginnen.

Heute gelten in Deutschland etwa ein Drittel der Frauen im gebärfähigen Alter als übergewichtig. Übergewichtige Schwangere drohen in 10 % der Fällen einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, der unbehandelt ernste Konsequenzen für das Ungeborene haben kann. Kinder der diabetischen Mütter entwickeln im späteren Leben mit einem etwa dreifach erhöhten Risiko selbst einen Diabetes und Übergewicht. In konkreten Zahlen ausgedrückt: im Jahr 2006 gab es 672.724 Lebendgeburten. Allein durch die adäquate Therapie des Schwangerschaftsdiabetes könnte bei der Hälfte der betroffenen Babys ein erhöhtes Übergewichtsrisiko vermieden werden, das entspricht in etwa 30.000 Kindern.

Um das Präventionspotential für eine langfristige Gesundheit auszuschöpfen, appelliert Prof. Böhles, Präsident der DGKJ an die Politik: "Ein genereller Glukosetoleranztests für alle Schwangeren muss als Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien aufgenommen werden. Säuglingsernährung muss bedarfsgerecht mit niedrigerem Proteingehalt produziert werden. Stillen ist immer noch die beste Möglichkeit, einen Säugling adäquat zu ernähren."

Stillen hat langfristige Schutzeffekte, denn voll- und teilgestillte Säuglinge erkranken im späteren Leben seltener an Diabetes, Asthma und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, haben seltener Übergewicht und im Erwachsenenalter niedrigere Cholesterinwerte.

Prof. Plagemann von der Charité - Universitätsmedizin Berlin: "Die Ernährung, die Stoffwechselumgebung und die hormonelle Umgebung, in dem sich der Fetus entwickelt, spielen eine entscheidende Rolle. Störungen wie Fehl-, Unter- oder Überbelastungen können dabei zu Entwicklungsstörungen führen." Diese Störungen erhöhen später das Risiko, als Jugendlicher oder Erwachsener an Übergewicht, Adipositas, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, erhöhter Stressempfindlichkeit, kognitiven Defizite oder erhöhter Autoimmunreaktivität zu erkranken.

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