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Pressemitteilung

Gesunde Familien und gesunde Hebammen - Der internationale Hebammentag im Zeichen berufspolitischer Forderungen

20.02.2008

Der 5. Mai ist der weltweite Aktionstag der Hebammen. In Deutschland haben dieses Jahr zwei Themen besondere Brisanz: Das gesundheitliche Wohlergehen der Familien mit Neugeborenen und Kleinkindern und die berufliche Situation der Hebammen. Beide Themen stehen in engem Zusammenhang.

Seit Monaten betont die Politik die Bedeutung der Hebammen für einen guten Anfang und ein gelingendes Zusammenleben mit Kindern. In der Tat bieten Hebammen eine kompetente Begleitung von der Familienplanung bis zum Ende der Stillzeit. Sie betreuen die Frauen während Schwangerschaft und Geburt, stärken das Vertrauen der Eltern in ihre Fähigkeit liebevoll mit dem Neugeborenen umzugehen und fördern das Stillen. Auch in Ernährungsfragen von Kleinkindern sind Hebammen die richtigen Ansprechpartnerinnen.

Hebammenhilfe ist deshalb als gute Investition in die Familien und die Gesellschaft zu betrachten, weil sie das gesunde Aufwachsen und das Wohlergehen der Kinder unterstützt.

Obwohl sich die freiberuflichen und die angestellten Hebammen täglich um die Gesundheit anderer Menschen bemühen, steht es um ihr eigenes gesundheitliches Wohlergehen nicht zum Besten. Das gilt vor allem für die Kreißsaalhebammen. Schuld daran ist die personelle Zuspitzung in den Kreißsälen!

Frei werdende Stellen werden gesperrt oder nicht mehr besetzt. Die verbleibenden Hebammen müssen Überstunden leisten, ohne Perspektive für deren Abbau. Durch Zeitmangel und Verdichtung der Arbeit fällt die individuelle Betreuung der Gebärenden weg, die so wichtig wäre, damit Frauen die Geburt als ermutigendes und stärkendes Lebensereignis erfahren können. Statt individueller Geburtsbegleitung häufen sich schnelle Geburtseinleitungen und -beendigungen, zum Beispiel durch einen Kaiserschnitt.

Der Hebammenmangel führt auch dazu, dass eine Hebamme mehrere Gebärende gleichzeitig betreuen muss. "Zum präventiven Ansatz einer guten Geburtshilfe gehört aber eine 1:1 Betreuung", so Helga Albrecht die Präsidentin des Bund Deutscher Hebammen. "Die personelle Situation lässt das aber oft nicht zu. Wenn die schichthabende Hebamme gleichzeitig mehrere Geburten betreuen muss, ist das für alle äußerst unbefriedigend. Solche andauernden Überlastungen sind krankmachend und widersprechen dem Berufsethos von Hebammen", so Helga Albrecht weiter.

Der Leidensdruck unter den Hebammen ist immens. Eine Studie zeigt, dass in der Arbeitszeit der Kreißsaalhebammen die Hauptursache für deren gesundheitliche Belastung zu sehen ist. Hebammenarbeit erfolgt heute schon zu 50% während der Nacht, aber auch die Wochenenden sind in die normale Arbeitszeit eingebunden. Durch den Personalmangel verschärft sich die Situation, die die Schichtarbeit mit sich bringt. Eigene Mutterschaft ist heute kaum noch mit der Kreißsaalarbeit vereinbar.

"Dass sich die Politik endlich stark macht für die Familiengesundheit von Anfang an und für das Kindeswohl ist richtig. Falsch ist dagegen, wenn das auf Kosten der Gesundheit der Leistungserbringerinnen geschieht", so die Präsidentin des BDH. "Ohne genügend personelle Ausstattung der Kreißsäle haben wir auf Dauer keine gesunden und leistungsfähigen Hebammen, die die Mütter stärken und die Kinder liebevoll empfangen. Deshalb fordern wir mehr Hebammen in den Kreißsälen."

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