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Pressemitteilung

Bessere Erforschung von Essstörungen und Mangelernährung bei Kindern und Jugendlichen gefordert

01.02.2008

Kinderärzte sprechen sich für bessere Erforschung der Ursachen und Behandlung von Essstörungen und Mangelernährung bei Kindern und Jugendlichen aus.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) nimmt die Veröffentlichung der Nationalen Verzehrs Studie II am 30. Januar 2008 zum Anlass, sich für mehr Forschung zu Ursachen und Behandlung von Essstörungen einzusetzen. Anders als bei Übergewicht und Adipositas fehlen für Essstörungen mit Untergewicht und Mangelernährung immer noch ausreichend belastbare Daten.

Kinder und Jugendliche sind zunehmend von Essstörungen und deren Folgen wie Über- und Untergewicht betroffen. Zu den Essstörungen gehören die lebensbedrohliche Magersucht (Anorexia nervosa), die Ess-Brechsucht (Bulimie) und verschiedene Essstörungen mit Übergewicht und Fettsucht (Adipositas). Die Daten des 2007 veröffentlichten Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS) zeigen, dass mehr als 20% der Befragten zwischen 11 und 17 Jahren ein gestörtes Essverhalten bzw. ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper aufweisen.

Laut der KiGGS-Studie finden sich Auffälligkeiten im Essverhalten vor allem bei Kindern mit niedrigem sozioökonomischen Status, Migrationshintergrund, verminderter psychischer Belastbarkeit und Tabakkonsum. Von Essstörungen mit Mangelernährung und Untergewicht sind mehr Mädchen als Jungen betroffen. Auch die Zahlen der vom Max Rubner-Institut veröffentlichten Nationalen Verzehrs Studie II bestätigen diesen Trend: Die Zahl der untergewichtigen Mädchen steigt vom 14. zum 17. Lebensjahr von 4% auf fast 10% an.

Kinder- und Jugendärzte sind oft die erste Anlaufstelle für Familien mit essgestörten Kindern. Die DGKJ setzt sich dafür ein, die bestehenden ambulanten und stationären Betreuungsangebote zu stärken und mit einer soliden Finanzierung auszustatten. Personell und sachlich muss auch in der Zukunft eine angemessene Betreuung kranker Kinder und Jugendlicher sichergestellt sein. Im internationalen Vergleich wird erkennbar, dass Essstörungen und Mangelernährung bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland noch nicht ausreichend erforscht werden. Hier sieht die DGKJ Nachholbedarf.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin unterstützt den Maßnahmenplan der Initiative "Leben hat Gewicht - Gemeinsam gegen den Schlankheitswahn", der Bundesministerinnen für Gesundheit, für Forschung und für Familie sowie den "Nationalen Aktionsplan Ernährung und Bewegung" des Bundesministers für Ernährung und Verbraucherschutz. Die DGKJ steht für eine Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien gerne zur Verfügung und wird an der Formulierung von konkreten Vorhaben und deren Verwirklichung aktiv mitarbeiten.

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