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Pressemitteilung

Adipositas bei Kindern: Gezielte Betreuung senkt Gewicht und Risiko

30.08.2008

Übergewichtige Kinder, die gezielt therapeutisch betreut werden, nehmen nicht nur erfolgreich ab, sie verbessern auch ihr Risikoprofil in Sachen Herzgesundheit - mit deutlich geringeren Blutdruck- und Blutfettwerten als vor der Therapie. Stationäre Behandlungssettings hinterlassen noch deutlichere Spuren als ambulante. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer deutschen Studie von Dr. Ulrike Hoffmeister, Universität Ulm.

1,1 Millionen übergewichtige Kinder und Jugendliche in Deutschland

Diese Ergebnisse sind schon deshalb von Bedeutung, weil immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder sogar krankhaft fettsüchtig (adipös) sind. Als übergewichtig gelten Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30, ein BMI über 30 bedeutet Adipositas. Der BMI berechnet sich folgendermaßen: Körpergewicht in Kilo dividiert durch Körpergröße in Metern zum Quadrat.

Erhebungen des Robert-Koch-Instituts zufolge sind 1,1 Millionen Kinder und Jugendliche zwischen drei und 17 Jahren (8,7 Prozent) übergewichtig, weitere 800.000 (6,3 Prozent) leiden an Adipositas.

Die von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung initiierte Studie untersuchte, wie sich unterschiedliche Behandlungsformen auf den Gesundheitszustand der dicken Kinder auswirken. Erhoben wurden die Daten von insgesamt 1.916 jungen Menschen zwischen acht und 16 Jahren.

Stationäre Behandlung erfolgreicher

Vor der jeweiligen Therapie waren 14 Prozent der jungen Patienten übergewichtig, 49 Prozent adipös und 37 Prozent extrem adipös. Bei 55 Prozent der Untersuchten konnte eine deutliche Reduktion ihres Gewichts erreicht werden. "Kinder, die in stationären Reha-Einrichtungen behandelt wurden, nahmen im Verlauf der Therapie besser ab als in ambulanten Einrichtungen behandelte Patienten", berichtet Dr. Hoffmeister. "Übergewichtige Patienten waren erfolgreicher als extrem adipöse Jugendliche."

Therapie macht schlanker und gesünder

Aber auch auf die Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die schon junge Übergewichtige ansammeln, wirkten sich die Therapieprogramme positiv aus. Zu Therapiebeginn wurde bei 26 Prozent der Kinder und Jugendlichen Bluthochdruck diagnostiziert, nach Ende der Behandlung waren es nur noch 17 Prozent. Bei 37 Prozent der Kinder und Jugendlichen waren zu Beginn der Behandlung die Blutfettwerte erhöht, nach der Intervention bei 28 Prozent. "In dieser großen Studie konnten alle Therapiekonzepte kurzfristig Erfolge nachweisen", so Dr. Hoffmeister. "In den Nachuntersuchungen werden wir dann auch die Nachhaltigkeit der Effekte beurteilen können."

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