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Pressemitteilung

Fernlehrgang Ethik im Gesundheitswesen

25.01.2007

Der Fall des stark behinderten amerikanischen Mädchens "Ashley", dessen körperliche Entwicklung zur Erleichterung der Pflege operativ und hormonell gestoppt wurde, hat nicht nur in den USA erneut die Frage aufgeworfen, wo die ethischen Grenzen der Medizin verlaufen. Eines ist deutlich geworden: Entscheidungen von solcher Tragweite benötigen qualifizierte Beratung. Aus diesem Grund startet das Centrum für Kommunikation - Information - Bildung (CeKIB) des Klinikums Nürnberg im April 2007 seinen Fernlehrgang "Ethik-Beratung."

Mit einem facettenreichen, 1999 begonnenen Ethik-Projekt übernimmt das Klinikum Nürnberg als eines der größten kommunalen Krankenhäuser Europas eine Vorreiterrolle. Nun will das Haus seine über mehrere Jahre hinweg gesammelten Erfahrungen im Aufbau von Ethikzirkeln und -komitees im Rahmen eines bundesweiten Fernlehrgangs an Interessierte weitergeben. Prof. Dr. Cornel Sieber, Vorsitzender des Ethik-Forums am Klinikum Nürnberg sieht im Angebot eine dringende Notwendigkeit: "Ethikdiskussionen sind kein theoretisches Geschwätz aus den Elfenbeintürmen der Wissenschaft, es sind praktische Alltagshilfen."

Der Fernlehrgang umfasst insgesamt dreißig Lehrbriefe und schließt mit vier Praxistrainingstagen ab. Als Kooperationspartner und wissenschaftliche Kursleiter verpflichtete man Prof. Dr. Stella Reiter-Theil von der Universität Basel, Leiterin des dortigen "Instituts der Angewandten Ethik und Medizinethik". Zweiter Kooperationspartner ist Dr. Alfred Simon von der renommierten Fachgesellschaft "Akademie für Ethik in der Medizin" mit Sitz in Göttingen.

Die erfolgreichen Behandlungsmethoden moderner medizinischer Verfahren stellen insbesondere das behandelnde Klinikpersonal vor ein Dilemma: Wer trifft die Entscheidungen über lebenserhaltende Maßnahmen, wenn Angehörige sich nicht einigen können und keine Patientenverfügung existiert? Kurzum: Lebensverlängerung unter allen Umständen oder Therapiebegrenzung? In solchen Situationen sind qualifizierte Ethikberater gefragt, die z.B. Gesprächsprozesse zwischen Ärzten, Pflegenden und Angehörigen moderierend begleiten.

Der Ethik- Fernlehrgang rüstet die Teilnehmenden mit dem notwendigen Handwerkszeug angewandter Ethik aus, um in ihren Institutionen eigene Ethik-Projekte initiieren zu können.

Der Kurs startet im April 2007. Das viertägige Praxistraining der Teilnehmenden findet im Februar 2008 zum Abschluss statt. Die Teilnahmegebühr beträgt 1.890,- Euro. Detaillierte Informationen zum Kursablauf können unter http://klinikum.nuernberg.de abgerufen werden.

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