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Pressemitteilung

Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe fordert generalistische Ausbildung

12.12.2006

Gefordert wird die gemeinsame Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpfleger/innen, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/innen und Altenpfleger/innen an Hochschulen. Am 13. Dezember 2006 wird der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe in Berlin sein neues Bildungskonzept vorstellen

Neue und erweiterte Kompetenzen in der Pflege sind gefragt

Das Bildungskonzept des Deutschen Bildungsrates für Pflegeberufe (DBR) ist die Antwort auf die demographischen und die epidemiologischen Veränderungen im deutschen Gesundheits- und Sozialsystem. Der Strukturwandel im Gesundheitswesen stellt die Pflege vor neue Anforderungen. Die Erwartungen an die Pflegeberufe steigen. Gefragt sind neue Kompetenzen.

Gefordert wird eine grundständige Hochschulausbildung für die Pflege

Die Ausbildung in den Pflegeberufen darf nicht länger als Sonderweg in der beruflichen Bildung gestaltet sein. Gefordert ist die Angleichung der Bildungsstrukturen. Gefordert ist aber auch die europäische Orientierung (z.B. Hochschulrahmengesetz, Bolognaprozess, Kopenhagener Erklärung und Europäischer Qualifikationsrahmen). Nur so bleibt die Pflegeausbildung in Deutschland im internationalen Umfeld zukunfts- und wettbewerbsfähig.

Zentrales Element des Bildungskonzeptes ist daher eine grundständige Hochschulausbildung mit generalistischer Struktur. Die Erstausbildung in der professionellen Pflege schließt mit dem akademischen Grad Bachelor in Nursing ab. Darauf aufbauend können zur Ergänzung, Vertiefung und Ausweitung pflegerischer Kompetenz weiterqualifizierende Masterabschlüsse erworben werden. Diese akademischen Abschlüsse lösen bestehende Weiterbildungen ab.

Es ist dem DBR bewusst, dass es bis zur Umsetzung des Bildungskonzeptes eine längere Übergangszeit geben wird, in der parallel die etablierte berufliche Erstausbildung bestehen bleibt. Diese Ausbildung ist nach Auswertung der derzeit laufenden Modellprojekte zu reformieren. Schlüsselelemente dieser Reform müssen sein: generalistische Ausbildung mit einer Berufsbezeichnung und Einbindung in die Strukturen der Berufsbildung im Sinne von höheren Berufsfachschulen nach Landesrecht.

Die Ausbildung zum Lehrer für Pflegeberufe erfolgt (in Anwendung der aktuellen Entscheidung der Kultusminister-Konferenz) über ein konsekutives Bachelor und Master-Studium in Nursing Education. Diese Studiengänge ersetzen die heute bestehenden Diplompflegepädagogik- und Lehramtsstudiengänge.

Neben den Abschlüssen für die professionelle Ebene der Pflege sollen Bildungschancen für alle durch die Einführung einer zweijährigen Ausbildung zum "Assistenten Pflege" erweitert werden. Dieser Abschluss ist allgemein bildenden und beinhaltet einen mittleren Bildungsabschluss. Der

Abschluss zum "Assistenten Pflege" befähigt ausschließlich zu unterstützenden Tätigkeiten. Eigenverantwortliche Pflegeaufgaben dürfen nicht durchgeführt werden.

Alle Bildungsangebote müssen horizontale und vertikale Mobilität ermöglichen und fördern. Jeder Bildungsabschluss wird deshalb den Weg in die nächst höheren Bildungsstufen ermöglicht. Sämtliche Bildungsangebote werden modularisiert und mit Credit-points ausgestattet.

Um die Versorgung der Bevölkerung qualitativ und quantitativ sicherzustellen sind folgende Reformschritte notwendig:

  1. Einbindung der Pflegeausbildung in die üblichen Strukturen der beruflichen Bildung.
  2. Entscheidung für eine generalistische Ausbildung.
  3. Entscheidung für eine akademische Erstausbildung als Regelangebot.

Die Langfassung des Bildungskonzeptes mit ausführlichen Begründungen und Literaturangaben wird beim Elsevier Verlag publiziert. Eine Kurzfassung kann bei den drei, im DBR tragenden Berufsorganisationen kostenlos bestellt werden.

Kontakt

Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe
Anna Maria Luger (Vorsitzende)
c/o Katholischer Berufsverband für Pflegeberufe e.V.
Adolf-Schmetzer-Str. 2-4
93055 Regensburg
Tel.: 0941 – 60 48 77 -0

Deutscher Bildungsrat für Pflegeberufe - Mitglieder

Der Deutsche Bildungsrat für Pflegeberufe ist ein Expertengremium, das Fragen der Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Pflege bearbeitet. Er wird getragen von den Berufsorganisationen ADS (Arbeitsgemeinschaft deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen e.V.), BA (Bundesausschuss der Lehrerinnen und Lehrer für Pflegeberufe e.V.) und DBfK (deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.).

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