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Pressemitteilung

Aufsuchende Familienarbeit durch Pflegende und Hebammen

20.10.2006

Das Schicksal des zweijährigen Kevin aus Bremen und weitere aktuelle Nachrichten der letzten Wochen zu misshandelten Kindern lassen uns entsetzt aufhorchen. Was passiert da in unserer Solidargemeinschaft, deren Sozialsystem immer noch als ein vorbildliches gerühmt wird?

Viele Ursachen und Defizite werden in der aktuellen Presse und in Fernsehrunden debattiert. Sozialpolitiker ziehen persönliche Konsequenzen; über Statistiken zu Dunkelziffern wird gerätselt. Die Arbeit der Sozial- und Jugendämter steht dabei auch kontrovers zur Diskussion: Problemfälle zu wenig verfolgt – Stellenkürzungen bei Sozialarbeitern und Case-Managern. Hier bedarf es sachlicher Aufklärung auf allen Ebenen! Als Lösungsmöglichkeiten werden politisch derzeit Frühwarnsysteme oder der "Gesundheits-TÜV" für Kinder vorgeschlagen.

Von den helfenden Berufen werden Pflegende und Hebammen, die teils schon heute aufsuchende Familienarbeit zur Unterstützung von Familien leisten, kaum erwähnt oder einbezogen. Hier wird eine große Ressource der professionell Helfenden ausgespart. Sie könnten wertvolle Arbeit zur Begleitung und Unterstützung von Familien, auch im Sinne eines so genannten möglichen Frühwarnsystems, leisten.

Die Familiengesundheit ist ein neues Handlungsfeld Pflegender und Hebammen. Über präventives Aufsuchen, Begleitung und Beratung können sozial benachteiligte Familien unterstützt werden, sowie ihr Zugang zu Leistungen des Sozial- und Gesundheitswesens verbessert bzw. erleichtert werden. Mit diesem niedrigschwelligen Angebot können bestehende Versorgungslücken im Gesundheitssystem geschlossen und die Auswirkungen ökonomischer und sozialer Benachteiligung auf die Gesundheit von Familien frühzeitig erfasst und beeinflusst werden. Familiengesundheitspflege ist neben der rehabilitativen und pflegerischen Versorgung im Krankheitsfall v.a. auf präventive und gesundheitsfördernde Angebote im häuslichen Umfeld gerichtet.

Wir fordern die Politik auf, die Potenziale von Pflegenden und Hebammen zum Schutz von Kindern und zur Unterstützung von Eltern zu berücksichtigen und einzubeziehen.

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe e.V.
Salzufer 6
10587 Berlin
Tel.: 030-2191570
Fax: 030-21915777
dbfk@dbfk.de

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