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Pressemitteilung

Ambulante Kinderkrankenpflege: Lange Wartezeiten auf Kostenzusage nach Klinik-Entlassung

18.09.2006

Eine bundesweite Erhebung des Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege (BHK) ergab, dass jedes fünfte schwerstkranke Kind von schleppender Genehmigung betroffen ist.

Jedes fünfte Kind der Häuslichen Kinderkrankenpflege muss mehr als zehn Tage warten, bis die Krankenkassen über die Übernahme der Kosten für medizinisch notwendige Leistungen entscheiden. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Datenerhebung des Bundesverbandes Häusliche Kinderkrankenpflege (BHK e.V.) zur ambulanten Versorgung schwerstkranker Kinder in Deutschland, das der BHK auf seiner Bundestagung in Mainz vorstellte. "Das verursacht für die Kassen hohe Kosten und für Eltern und Kinder sehr starke Belastungen", so BHK-Bundesgeschäftsführerin Mechthild Böll. "Wir werden auf die Kassen zugehen, um dieses Problem im Interesse der Versicherten schleunigst gemeinsam zu klären".

Der BHK hatte erstmals über einen Zeitraum von einem halben Jahr bei Anbietern häuslicher Kinderkrankenpflege unterschiedliche Daten über neu aufgenommene Kinder erhoben. Die Auswertung wurde jetzt der Öffentlichkeit vorgelegt. Eine vergleichbare Erhebung habe es bisher nicht gegeben, so der BHK. Weitere markante Ergebnisse der Untersuchung: 60 Prozent der Patienten sind jünger als ein Jahr, mehr als 80 Prozent der Patienten waren zuvor in einer Klinik, wenn sie erstmals zu Hause versorgt werden.

Fast der Hälfte der Kinder (45 Prozent) hatte mehr als 30 Tage im Krankenhaus gelegen, jedes fünfte Kind (18 Prozent) sogar mehr als 100 Tage. Diagnostisch liegt der Schwerpunkt der versorgten Patienten bei ehemaligen Frühgeborenen, Kindern mit multiplen Syndromen, mit schweren Herz- und Nierenerkrankungen sowie Kindern, die an Krebs erkrankt sind, so die Erhebung.

Um zu ihren Patienten zu fahren, sind die Mitarbeiterinnen der Häuslichen Kinderkrankenpflege im Durchschnitt eine dreiviertel Stunde unterwegs Die Strecken sind damit deutlich weiter als in der ambulanten Kranken- und Altenpflege.

Im Rahmen der sogenannten Rückzugspflege, bei der die Eltern angeleitet werden, selbst verantwortlich und sicher fachpflegerische Aufgaben bei Ihrem Kind zu übernehmen, fallen für die Dienste im Durchschnitt 17 Einsatztage innerhalb von 38 Kalendertagen an. Die Länge der Einsätze sei dabei sehr stark abhängig von der Situation vor Ort, erläutert Böll. So könne ein Einsatz insbesondere in den ersten zwei Wochen mehr als zwei Stunden dauern. Danach würden die Zeiten oftmals reduziert.

Mehr als 80 Prozent der Familien mit schwerstkranken Kindern sind klassische Zwei-Eltern-Familien und in jeder zweiten Familie lebt mindestens ein weiteres Geschwisterkind. In jeder sechsten Familie mit Geschwisterkindern lebt ein weiteres Kind ebenfalls mit einer schweren Erkrankung. Auch zum sozialen Status der Familien werden Aussagen getroffen. So werden fast zwei Drittel der Familien als "normal begüterte" (62 Prozent) bzw. "gut situierte" (10 Prozent) Familie beschrieben.

Keine große Überraschung bot den Statistikern die Zugehörigkeit der Patienten zu den Krankenkassen: So war fast die Hälfte (47 Prozent) Mitglied bei einer Primärkasse wie der AOK oder IKK, jeder Vierte war bei den Ersatzkassen versichert, jeweils zwölf Prozent entfielen auf die Betriebskrankenkassen und die privaten Versicherungen.

Der BHK kündigte an, diesem Jahr eine weitere Erhebung zu starten, deren Auswertung im Sommer 2007 vorliegen soll. Der Bundesverband setzt sich eine flächendeckende häusliche Versorgung schwerstkranker Kinder in Deutschland ein.

Weitere Informationen erteilt
Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege
Mechthild Böll
Tel.: 0173-7665152
info@bhkev.de

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