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Pressemitteilung

Hebammen und Pflegende befürchten die Benachteiligten des Ärztestreiks zu werden

17.08.2006

Neben einigen, längst überfälligen strukturellen Änderungen, fordert der Marburger Bund in erster Linie Geld, sehr viel Geld. Dabei verhandelt der Marburger Bund ohne Rücksicht darauf, welche Auswirkungen die Umsetzung dieser Forderung auf andere Arbeitsbereiche und den gesamten Krankenhausbetrieb haben werden. Deshalb befürchten Hebammen und Pflegende gleichermaßen, dass sie letztendlich die Zeche bezahlen müssen.

Um die Existenz der Krankenhäuser zu sichern, haben bereits heute die MitarbeiterInnen öffentlicher Krankenhäuser unter Lohnverzicht dem neuen Tarifvertrag zugestimmt. Diese Häuser müssen nun durch den Ärztestreik enorme Ertragseinbußen kompensieren. Es ist zu erwarten, dass dies vorwiegend durch einen weiteren Personalabbau im Bereich der anderen Gesundheitsberufe geschehen wird. Das würde einen Trend fortsetzen, den die Präsidentin des Bundes Deutscher Hebammen anhand von Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen kann. "Die letzten 10 Jahre", so Helga Albrecht, "sind im Pflegebereich knapp 4% aller Stellen abgebaut worden, während auf der Ärzteseite 20% mehr Stellen dazu gekommen sind. Und merkwürdigerweise, wird dennoch, landauf landab über eine Ärztemangel geklagt".

Dass strukturelle Veränderungen im Krankenhaus nicht nur erwünscht sondern dringend notwendig sind, ist dem Bund Deutscher Hebammen klar. Statt aber eine Entsolidarisierung der einzelnen Berufsgruppen und eine Spaltung der Belegschaften nach den Berufsständen zu unterstützen – die letztendlich nur den Arbeitgebern nützt - haben die Hebammen für den Bereich der Geburtshilfe einen anderen Vorschlag: Würden die Gynäkologen auf unnötige Kaiserschnitte und Geburtseinleitungen verzichten und die Betreuung der normalen Geburt den Hebammen überlassen, würde das auf Ärzteseite enorme zeitliche Ressourcen freisetzen, die sie für ihre originäre ärztliche Tätigkeit nützen könnten. Auch den Frauen käme das entgegen: Studien haben ergeben, dass werdende Mütter für die Geburt vor allem eines brauchen: die kontinuierliche und verlässliche Begleitung der Geburt durch eine Hebamme.

Dr. Edith Wolber
Pressereferentin beim BDH
Bund Deutscher Hebammen
wolberdietrich@t-online.de

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