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Aromatherapie und die Anwendung bei Kindern

24.09.2012

Aromatherapie wird oft belächelt oder als reine Beduftung abgetan. Doch wer schon einmal erlebt hat wie ein Duft die "Sinne vernebelt" oder beispielsweise eine Erinnerung an einen schönen Urlaub hervorruft, weiß, dass ätherische Öle mehr können. Jeder hat schon einmal Aromatherapie angewendet, ohne es zu wissen. Ein Erkältungsbalsam bzw. Erkältungsbad enthält ätherische Öle. Sie machen die Nase frei, lassen durchatmen.

Die Pharmaindustrie macht sich die Wirkungsweisen einiger ätherische Öle seit langem zunutze. In vielen Ländern (z.B. England, Frankreich, Australien) hat die Aromatherapie einen festen Platz in Krankenhäusern und Pflegestationen. Die Eigenschaften der ätherischen Öle sind verschieden, einige Öle wirken stark antiviral, andere werden beispielsweise gegen Streptokokken eingesetzt.

Die Reaktionen auf Düfte sind sehr unterschiedlich. Das kommt daher, daß Gerüche direkt ins Limbische System geleitet werden, wo Emotionen und Erinnerungen gespeichert sind. Ein zweiter Weg der Düfte führt direkt zum Hypothalamus, unserem obersten Schaltorgan. Dieses steuert u.a. die Hormonausschüttung. Aus diesen Gründen wirkt die Aromatherapie sehr gut im psycho-emotionalen Bereich. Natürlich haben die ätherischen Öle auch einen Einfluss auf den Körper.

Ätherische Öle bei Verdauungsproblemen

Ein Beispiel wie ätherische Öle bei Verdauungsproblemen verwendet werden können: Ein warmer Wickel oder eine leichte Bauchmassage mit einem ätherischen Öl, das verdauungsfördernde und krampflösende Wirkweisen besitzt. Hier eignen sich Orange süß (Citrus sinensis var dulcis), Fenchel süß (Foeniculum vulgare var dulce) oder Zimtrinde (Cinnamomum verum). Diese Düfte mögen Kinder am liebsten. Nehmen Sie 5 ml eines fetten Öls (ich bevorzuge Olivenöl, da es leicht schmerzstillend ist) und fügen Sie einen Tropfen ätherisches Öl hinzu. Die genannten Öle wirken beruhigend auf die Nerven, entspannend, krampflösend und verdauungsfördernd auf der körperlichen Ebene. Zusätzlich wirken sie entzündungshemmend und stimmungsaufhellend. Die Einreibung der Ölmischung wird immer im Uhrzeigersinn mit langsamen Bewegungen ausgeführt. Das Kind bestimmt die Dauer der Bauchmassage. Je langsamer die Bewegung, desto beruhigender ist die Wirkung. Man tut nicht nur dem kleinen Patienten etwas Gutes sondern auch sich selbst. Probieren Sie es einmal aus.

Öle im Rahmen der täglichen Hygiene

Eine weitere wunderbare Anwendung von ätherischen Ölen kann im Rahmen der täglichen Hygiene durchgeführt werden. Das Wohlbefinden der Patienten kann so ohne Mehraufwand positiv beeinflusst werden. Zum Beispiel kann man einer Waschlotion oder einer Bodylotion einige Tropfen ätherisches Öl hinzufügen. Zur Beruhigung und Entspannung könnte Lavendel (Lavandula angustifolia), Vanille (Vanilla planifolia) oder Römische Kamille (Anthemis nobilis) verwendet werden. Oder zur Erfrischung und Anregung stehen Zitrone (Citrus limonum) oder Spearmint (Mentha spicata) zur Auswahl. Die Anwendung bei Fieber ist sehr hilfreich. Jedoch Vorsicht: Alle Pfefferminzöle sollen nicht bei Kindern unter 6 Jahren und nur in sehr geringer Dosierung eingesetzt werden!

Sedierendes Öl

Bei sehr unruhigen Kindern hat sich Immortelle (Helichrysum italicum) bewährt. Es wirkt sedierend. Und vielleicht kann somit auf den Einsatz eines Beruhigungsmittels verzichtet werden. Einen sehr guten Effekt erzielt man mit einer Einreibung der Hände oder der Füße. Auf 5 ml Olivenöl reicht 1 Tropfen Immortelle.

Die Auswahl der ätherischen Öle hängt von vielen Faktoren ab. Der kleine Patient muss in seiner gesamten Persönlichkeit und dem kompletten Krankheitsbild Beachtung finden. Hier spielen die emotionalen Faktoren eine wichtige Rolle. Es ist weithin bekannt, daß der seelische Zustand einen großen Einfluß auf die Genesung hat.

Angstauslösende Gerüche reduzieren

Wenn man fragt, was Menschen am schlimmsten an einem Krankenhaus finden, sagen die meisten: "Der Geruch". Der Geruch eines Krankenhauses ruft oftmals Angst und Unsicherheit hervor. Der Aufenthalt im Krankenhaus ist manchmal unvermeidbar und selten angenehm. Aber mit ätherischen Ölen können die angstauslösenden Gerüche reduziert werden und statt dessen durch angenehme und beruhigende Düfte ersetzt werden. Nun sollte man aber nicht eine Dauerbeduftung aller Patienten und Besucher beginnen. Vielmehr reicht es einen Tropfen Orange, Vanille oder Zimtrinde auf ein Taschentuch zu tropfen und dies dem Patienten zu geben. Somit hat dieser die Möglichkeit, nach Belieben daran zu riechen oder es zur Seite zu legen.

Pfefferminzöl - Kontraindikationen beachten

Wichtig ist die genaue Kenntnis der ätherischen Öle, die angewendet werden! Oft werden die Kontraindikationen bzw. Nebenwirkungen unterschätzt. Auch die richtige Dosierung ist hier sehr wichtig. Beispielsweise sollte Pfefferminzöl (Mentha x piperita oder Mentha spicata) nicht bei Kindern unter 6 Jahren angewendet werden, da es zu einem Stimmritzenkrampf führen kann. Pfefferminzöl ist weit verbreitet, aber viele Menschen beachten nicht, daß es sehr kühlend, augen- und hautreizend ist.

Kenntnis der ätherischen Öle ist wichtig

Die Aromatherapie bietet eine sehr schöne Unterstützung bei der Gesundung kranker Menschen, aber wie jede Therapieform ist eine genaue Kenntnis der ätherischen Öle wichtig. Besonders kranke Menschen haben ein geschwächtes Immunsystem und die Einnahme von Medikamenten belastet die Leber und den Organismus zusätzlich. Ätherische Öle, über die Haut aufgenommen, werden ebenfalls über die Leber verstoffwechselt. Dies sollte bei der Dosierung Berücksichtigung finden.

Kontakt

Informationen zu Beratung und Ausbildung finden Sie unter http://www.aromatherapie-berlin.com. Rufen Sie mich an, gerne beantworte ich Ihre Fragen unter: 0 30/74 39 45 80
Christina Weber, Diploma of Aromatherapy (Australien)
Heilpraktikerin für Psychotherapie

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