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Pressemitteilung

DRGs: "Einfach, genial, und ohne großen Aufwand umsetzbar: Deutsches DRG-System wäre das modernste weltweit"

11.05.2003

GKinD - Änderungsvorschlag für deutsches Krankenhaus-Vergütungs-System hilft nicht nur der Kinder- und Jugendmedizin aus der DRG-Misere: Altersplits.

Am 31. März 2003 lief die Frist für das Vorschlagverfahren zur erstmaligen Anpassung des neuen Fallpauschalensystems (G-DRGs) in bundesdeutschen Krankenhäusern an deutsche Verhältnisse ab. Die Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD) hat mit ihrer verbändeübergreifenden DRG-Arbeitsgruppe dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) fristgerecht zielgerichtete Verbesserungsvorschläge vorgelegt. "Sie sind einfach und ohne zusätzliche Belastung für das System umsetzbar und stellen eine geniale Lösung nicht nur für die Kinder- und Jugendmedizin dar", so der Vorstandsvorsitzende der GKinD, Jochen Scheel und die Koordinatorin der Arbeitsgruppe, Nicola Lutterbüse.

Das Problem: Die GKinD hat die Kosten für die stationäre Versorgung von mehr als 22.000 Kindern kalkuliert und den bundesdeutschen Referenzwerten aus allen Krankenhäusern gegenübergestellt. Das Ergebnis ist erschreckend. Wie schon im Vorfeld befürchtet und auch in Australien, dem Herkunftsland dieses Fallpauschalensystems, aufgetreten, besteht bei der Versorgung von Kindern in entsprechenden Einrichtungen eine erhebliche finanzielle Mehrbelastung, die die Kinderkliniken in den Ruin treiben wird, wenn das G-DRGs-Fallpauschalensystem nicht an die besonderen Verhältnisse in der Kinder- und Jugendmedizin angepasst wird.

Der Grund für die Mehrkosten ist der höhere Personalaufwand bei Pflegekräften, Ärzten und allen Funktionsdiensten für die Versorgung von Kinder und Jugendlichen in Kinderkliniken. Dies macht alleine im bettenführenden Bereich, also in den Stationen, Mehrkosten von 41% aus. Nach aktueller Datenlage werden in Kinderkliniken 405 DRGs der derzeit 642 DRGs getroffen. Bei fast der Hälfte dieser DRGs ermittelte die GKinD eine extreme Kosteninhomogenität zu Ungunsten der Kinderkliniken.

Lösung des Problemes: Systematische Einführung von Alterssplits für Kinder

Die systematische Einführung von Alterssplits im deutschen DRG-System macht es möglich, das komplexe Aufgabenfeld und den höheren personellen Aufwand in den Kinderkliniken abzubilden. Die GKinD hat eine genial einfache und ohne großen Aufwand programmierbare Modifikation des DRG-Kataloges vorgenommen und mit konkreten Vorschlägen untermauert. Es wird im derzeit geltenden Katalog lediglich eine zusätzliche Spalte zur Kennzeichnung des Alterssplits eingeführt.

Die geänderte Konzeption beeinflusst den bestehenden Katalog nicht, schafft aber die Voraussetzung, sämtliche grundsätzlich altersabhängige Besonderheiten zu berücksichtigen, wenn dies aus Kostengründen notwendig ist. Dies ermöglicht nicht nur bei der Versorgung von Kindern, sondern auch bei der Versorgung alter Patienten einen gangbaren Weg aus der Misere, ohne das System zu überlasten.

In Anlehnung an bereits existierende Systeme wurden folgende Altersstufen festgelegt: unter 28 Tage, 28 Tage bis unter 1 Jahr, 1 Jahr bis unter 6 Jahre und 6 Jahre bis unter 18 Jahre. Für alle Altersstufen werden die entstehenden Pflege-, Diagnostik- und Behandlungskosten mit der bundesdeutschen Referenzgruppe verglichen und bei Bedarf ein Alterssplit gebildet, der dann eine andere Vergütung auslösen kann.

Deutsches DRG-System wäre mit Alterssplits das modernste weltweit.

Das australische DRG-System wurde als Grundlage ausgewählt, weil es als das derzeit modernste gilt. Es gibt aber zurzeit weltweit kein Fallpauschalensystem für Krankenhäuser, das die Besonderheiten der stationären Versorgung von jungen oder alten Patienten systematisch abbilden kann. Deutschland würde sich mit dieser von der GKinD vorgeschlagenen Modifikation an die Spitze der weltweit eingesetzten DRG-Systeme setzen und damit ideale Voraussetzungen zur gerechten Finanzierung der stationären Medizin auch für Kinder und alte Menschen schaffen.

Ziel der Pädiater bleibt es, für die Betreuung der kleinen Patienten im Krankenhaus eine angemessene Vergütung zu bekommen, die dem personellen Mehraufwand, der sich durch die intensivere Versorgung ergibt, entspricht.

GKinD-Vorstandvorsitzender Jochen Scheel: "Wir erwarten vom Institut für Entgeltsysteme eine Priorisierung dieser Vorschläge und von der Politik eine Unterstützung hinsichtlich der schnellen Prüfung und Umsetzung dieser Forderung für die Anpassung des deutschen G-DRGs-Systems 2004, damit die Kinderversorgung in Deutschland nicht gefährdet wird und deutsche Kinderkliniken und Kinderabteilungen weiterhin existenzfähig bleiben."

Ansprechpartnerin für Rückfragen der Presse:

Ellen König
Telefon/Telefax: 06131/61 25 19
E-Mail: ellen.koenig@gkind.de
GKinD im Internet: http://www.gkind.de

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