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Pressemitteilung

Kranke Kinder fallen durchs Netz

Bundesverband fordert Unterstützung der politischen Parteien

17.06.2002

Köln, 17.6.2002 - Die häusliche Versorgung der bundesweit rund 12.000 schwerkranken Kinder ist in Gefahr. Darauf hat der "Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege e.V." (BHK) hingewiesen. Viele der 100 speziellen Kinderkrankenpflegedienste hätten große Probleme, die Finanzierung ihrer Leistungen sicherzustellen, weil die ambulante Versorgung kranker Kinder in der entsprechenden Regelung vergessen worden sei, erklärte Mechthild Böll, BHK-Vorstandssprecherin in einer Pressemitteilung in Köln.

Böll: "Unsere Politiker sollten nicht nur immer über Kinder reden, sondern endlich auch etwas tun. Und das nicht nur im Bundestagswahlkampf". Der Appell des BHK: "Die Politiker sind gefordert, sich durch Gesetzesinitiativen für die Kleinen stark zu machen. Dann können sie beweisen, wie ernst sie es mit ihrer Kinderfreundlichkeit meinen". Kinder hätten auch außerhalb der Wahlkampfzeiten Anspruch auf Unterstützung. Das gelte umso mehr für kranke Kinder, die zu Hause von erfahrenen Kinderkrankenschwestern versorgt werden.

Einige Kassen weigern sich, die von den Kinderärzten verordneten Leistungen zu genehmigen - obwohl sie dazu verpflichtet seien. Das führe in vielen Fällen dazu, dass die notwendige Versorgung zu Hause nicht mehr gewährleistet sei und Kinder unnötigerweise ins Krankenhaus eingewiesen werden. Das System der ambulanten Versorgung habe bisher sehr gut funktioniert und den Kassen unter dem Strich viel Geld gespart. Denn während ein Tag auf der Kinderstation mit mindestens 500 Euro zu Buche schlägt, kostet die ambulante Versorgung zu Hause nur einen Bruchteil dessen.

Die Ursache der Streitigkeiten liege in den "Richtlinien zur Verordnung häuslicher Krankenpflege". Dort seien zwar keine speziellen Pflegeleistungen oder Zeitzuschläge für kranke Kinder vorgesehen - aber Sonderregelung jederzeit möglich, wenn die Patienten nicht dem Regelfall entsprechen. Böll: "Die Kassen ignorieren diese Ausnahmemöglichkeiten oftmals. Doch kranke Kinder brauchen andere Leistungen und viel mehr Zeit als Erwachsene". So benötigen Frühgeborene oder Kinder mit Lungenproblemen zusätzliche Sauerstoffversorgung und Atemtherapie, sie brauchen fachliche Unterstützung bei ihrer Genesung und die Eltern intensive Anleitung in der Pflege der Kleinen. Es sei daher dringend erforderlich, die Richtlinien zu ergänzen und die Besonderheiten kranker Kinder zu berücksichtigen.

Häusliche Kinderkrankenpflege kann bei den schwerwiegenden Gesundheitsstörungen verordnet werden: Bei Frühgeborenen mit mehrfachen körperlichen und/oder geistigen Behinderungen, bei schwerem Asthma Bronchiale, bei Kindern mit Stoffwechselstörungen, onkologischen Erkrankungen - oder bei Kindern in der Sterbephase. Auch bei akuten Erkrankungen werden Säuglinge und Kinder zu Hause fachpflegerisch versorgt.

Weitere Informationen erteilt der

Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege e.V.
Postfach 420 147
50 895 Köln
Tel.: 0221/913 12 23
bhkev@web.de

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