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Pressemitteilung

Krankenkassen sparen auf Kosten kranker Kinder

April 2002

Information des Bundesverbandes Häusliche Kinderkrankenpflege e.V.

Köln, April 2002 - Der Bundesverband der Häuslichen Kinderkrankenpflege (BHK) schlägt Alarm: Immer häufiger sparten die Krankenkassen auf Kosten kranker und behinderter Kinder. Das führe in vielen Fällen dazu, dass die notwendige Versorgung zu Hause nicht mehr gewährleistet sei, kritisierte BHK Vorstandssprecherin Mechthild Böll in einer Presseerklärung in Köln. "Wir fordern die Kassen auf, ihre gesetzliche Aufgabe wahrzunehmen und die häusliche Behandlung kranker Kinder sicherzustellen". Dieses Verfahren habe in den vergangenen Jahren sehr gut funktioniert und den Kassen unter dem Strich viel Geld gespart.

Der Wind sei erheblich schärfer geworden, so Mechthild Böll. So habe beispielsweise in Niedersachsen die AOK alle Verträge mit den ambulanten Kinderkranken-Pflegediensten gekündigt, um auf diese Art und Weise Kosten zu sparen. Die AOK in Sachsen-Anhalt verweigert jegliche Bezahlung kindspezifischer Leistungen in der häuslichen Pflege. In vielen Fällen akzeptieren Krankenkassen die von den Kinderärzten erstellten Verordnungen für die kleinen Patienten nicht. Der Grund: In den "Richtlinien zur Verordnung häuslicher Krankenpflege" seien keine speziellen Leistungen für kranke Kinder enthalten.

"Die Verantwortlichen wollen nicht einsehen, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen sind und mehr Zeit brauchen - und eine andere Versorgung als Erwachsene". Säuglinge oder Kleinkinder können in der Regel aber nicht mitteilen, wo sie Schmerzen haben oder wie es ihnen geht. Deshalb brauchen die Kinderkrankenschwestern Zeit, um den Gesundheitszustand der kleinen Patienten zu beurteilen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Krankheiten könnten sich zudem gerade bei kleinen Kindern sehr schnell dramatisch verschlechtern, so dass die Pflegekräfte sofort reagieren müssten, erläutert die Vorstandssprecherin die speziellen Anforderungen an die häusliche Kinderkrankenpflege. Daher würden für die ambulante Versorgung nur examinierte, erfahrene Kinderkrankenschwestern eingesetzt.

Eine qualifizierte Pflege in den eigenen vier Wänden sei in der Regel zudem viel kostengünstiger als in der Klinik. Denn während ein Tag auf der Kinderstation mit mindestens 500 Euro zu Buche schlägt, kostet die ambulante Versorgung im heimischen Kinderzimmer nur einen Bruchteil dessen. Durch das Anleiten der Mutter in der Pflege reduzieren sich Klinikaufenthalte und Besuche der ambulanten Schwestern erheblich. Auch auf lange Sicht werden dadurch bei den meist chronisch kranken Kindern Kosten gespart.

Häusliche Kinderkrankenpflege kann bei den unterschiedlichsten schwerwiegenden Gesundheitsstörungen verordnet werden: Bei Frühgeborenen mit mehrfachen körperlichen und/oder geistigen Behinderungen, bei schwerem Asthma Bronchiale, bei Kindern mit Stoffwechselstörungen, onkologischen Erkrankungen - oder bei Kindern in der Sterbephase. Auch bei akuten Erkrankungen werden Säuglinge und Kinder zu Hause fachpflegerisch versorgt. Oft brauchen Kinder nach ihrer Entlassung aus der Klinik für einige Wochen eine gezielte Versorgung in den eigenen vier Wänden - bis die Mutter diese Tätigkeiten übernehmen kann oder das Kind wieder ohne fremde Hilfe auf dem Weg der Besserung ist.

Weitere Informationen erteilt der

Bundesverband Häusliche Kinderkrankenpflege e.V.
Postfach 420 147
50 895 Köln
Tel.: 0221/913 12 23
bhkev@web.de

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